Januar 21 – und die Zeit der Sprachlosigkeit davor -TEIL 1

Mein letzter Blogeintrag war im April 2020 und damals hatte ich den Eindruck, dass COVID der Welt und unserem Planeten vielleicht ganz gut tut.

Da wurden einfach mal ein paar Viren aktiv , ängstigten uns durch Ihre Ansteckungsgefahr und brachten im letzten Frühjahr erst einmal,alles fast zum Stillstand.

Alle , glaube ich hofften wir, das das ganze Szenario im Sommer des selben Jahres, sein Ende genommen haben wird. Als ich mir klar wurde, dass dies eine Illusion sein wird, trat in mir eine Art Sprachlosigkeit ein. vermutlich war ich deshalb nicht mehr in der Lage etwas zu schreiben.

Im Sommer hatte man tatsächlich für eine kurze Zeit den Eindruck, wir könnten mit diesem Virus einigermaßen in einer Koexistenz leben. Wir müssten nur vernünftig sein , unser Hygienebewusstsein schärfen, unsere AHA-Regeln einhalten ( vermutlich wird niemand in diesem Leben jemals wieder vergessen, was AHA bedeutet, denn wir lesen es an jeder Ecke, an jeder Ladentür und manchmal sogar an den Befestigungssystemen von Straßenlampen und Ampeln) Für eine kurze Zeit sogar wurden wieder Läden, Schulen und Kitas geöffnet. Es kam zur Öffnung von Wirtschaft und Bildungseinrichtung.

Ich war sogar so mutig, dass ich mich mal wieder in ein Freibad wagte.

Die Freibaderfahrung unter COVID -Bedingungen

Es war nur von kurzer Dauer, mein Aufenthalt im Freibad- wer will denn schon in einer vorgegebenen Reihe schwimmen und nicht überholen dürfen.-

Selbst die Gastronomie durfte wieder öffnen, was ich persönlich sehr genossen habe. und ja ich war erstaunt, in diesem Bereich und vermutlich auch in vielen anderen Bereichen, wurden tolle Hygienekonzepte erarbeitet und umgesetzt. Um so trauriger war es dann, dass gerade dort wieder geschlossen wurde.

Ehrlich gesagt,weiß ich nicht, wovor Politik und Gesellschaft mehr Angst hatte. War es die Angst vor einer echten Wirtschaftskrise oder war es die Angst vor den Querdenkern, Leugnern und Verschwörungstheoretikern, dass der Versuch unternommen wurde, im Sommer in ein normales Leben zurückzukehren.

War es nicht schon fast eine voraussehbare Folge der Öffnung,dass die Infektionszahlen im Herbst wieder hochgehen mussten. Komischerweise wurden in dieser Zeit immer mehr Stimmen laut, die sich gegen alle Maßnahmen zur Einschränkung der Pandemie aussprachen.

Nun ich zähle mich zu der Spezies Mensch, die akzeptiert, dass sie nicht allwissend ist. Und ja ich zähle mich auch zu der Spezies, die der Wissenschaft vertraut. Keines Weges ist es so, dass ich alles was man mir unter „die Nase reibt“ hinnehme, auch ich hinterfrage vieles und wundere mich über so manche Entscheidung und Maßnahme, die von oben herab entschieden wird. Nicht immer ist mir die Logik klar gewesen und bis heute hege ich an so mancher Entscheidung meine Zweifel. Tatsache aber ist, dass ich die Komplexität der Gesamtsituation nicht überschaue, auch wenn ich mich in medizinischen Dingen einigermaßen auskenne, so würde ich niemals behaupten, dass ich in der Lage wäre, eine korrekte Situationseinschätzung hinsichtlich der Pandemie abzugeben. Dafür gibt es Mediziner , Virologen, Forscher, Naturwissenschaftler, Statistiker. Es gibt sie tatsächlich , die Experten die sich seit vielen Jahren mit solchen Themen befassen, Und genau denen traue ich zu, dass Sie eine sinnvolle Vorgehensweise erarbeiten können und unsere Politiker nach bestem Wissen und Gewissen beraten.

Sie waren es, die schon im Frühjahr gesagt haben, dass der kommende Herbst und Winter für uns eine Herausforderung wird. Leider -und das meine ich ernst, gab es zu viele Menschen, die glaubten alles besser zu wissen, als die Fachexperten. Leider gab es , meiner Ansicht nach zu viele Menschen, die hinter jeder Entscheidung die große Verschwörung witterten .Es gab zu viele Menschen, die mit den Begriffen Freiheit Verantwortung , Respekt und Achtung (auch vor unserer Demokratie) nicht umgehen konnten und auch noch immer nicht können.

Ich gebe reumütig zu, dass ich selbst im Frühjahr letzten Jahres, als der erste Lockdown beschlossen wurde, die ganze Situation als Hysterie bewertete. Heute schäme ich mich dafür, denn mir war damals das Ausmaß des Ansteckungsrisikos tatsächlich nicht klar. Zwischenzeitlich haben wir Winter und vielleicht hat uns im Frühjahr die erste Welle nicht so hart getroffen, wie es in vielen anderen Ländern der Fall war. Doch heute sieht es anders aus. Wer immer noch leugnet, dass wir uns in einer Pandemie befinden, wer immer noch die Augen verschließt vor der tödlichen Gefahr des Virus, der sollte einen Tag auf einer Intensivstation verbringen um zu sehen, was dort geschieht.

NEIN, natürlich werden wir nicht alle sterben, aber vielleicht können wir, durch unser Verhalten wenigstens versuchen, dass wir die Krankenhäuser und Intensivstationen entlasten. Vielleicht können wir ,über unsere menschlichen Vernunft es doch schaffen, die Infektionszahlen runter zu bekommen, dass wenigstens, für die wirklich erkrankten Menschen ( nicht nur die COVID-Infinzierten) Betreuungskapazitäten ausreichen. Ist das nicht das Mindeste , was wir an Verantwortung übernehmen sollten?

Das bedeutet aber, dass wir alle an einem Strang ziehen müssen. Natürlich schützen wir die Risikogruppen mit den vorgegebenen Maßnahmen und natürlich ärgere ich mich grün und blau, wenn eben und gerade auch ein Mensch, der zur Risikogruppe zählt beim Einkaufen, mir fast in den Einkaufswagen sitzt, oder sich an mir vorbeidrängt und dabei seine Atemmaske unter der Nase trägt.

Und während ich versuche nicht zu platzen vor Wut, muß ich mir wohl klar werden, dass es immer Menschen geben wird, die anders denken, die anders fühlen. Ja, ich weiß- Toleranz und Meinungsfreiheit ist hier gefragt, auch bei mir und in mir drin.

Die Meinungsfreiheit gilt aber auch für mich, und deshalb sage ich laut:

Die Freiheit eines jeden Einzelnen endet da, wo das Wohl eines Anderen gefährdet wird. PUNKT!!!

Fortsetzung folgt….

Veröffentlicht von dolphinseye

Achtsam und voller Bewunderung , für alles was lebt und schützenswert ist. Kritisch hinterfragend , was uns immer wieder für wahr und echt "verkauft" Aware of the meaning of human being

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